Nichts

Veröffentlicht auf von elisabethdieerste

Eigentlich möchte ich heut gar nichts sagen. 

Einfach nichts. Ich bin leer. Das verdanke ich dir. 

 

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Vermisst du mich denn nicht? 

 

Ich sitze vor deiner Tür, es schneit und ist bitterkalt. In deinem Zimmer brennt Licht. 

Ich stecke meine Hände in die Jackentaschen, aber dort ist es auch nicht wärmer. Die Straßenlaterne an der Ecke strahlt blass orange. Eine alte Frau und ein kleiner weißer Hund laufen vorbei. 

Und doch bin ich nicht hier. 

 

Ich weiß nicht, wie lange ich vor deiner Tür sitze. 

Ich werde so lang bleiben, bis du mich rein lässt. An dem Drachen vorbei, der feuerspeiend in deiner Brust sitzt und mich nicht sehen will. Stunden, Tage, Wochen. 

 

Ich sitze da und erinnere mich. 

Denke an deine Augen, deine Hände, dein Lachen. Es ist immer dasselbe, die Bilder drehen sich im Kreis. Sie wirbeln umher wie die Schneeflocken um mich herum. 

Du ahnst nicht, dass ich hier bin. Dass ich hier bin und auf dich warte. 

Und das mit jeder Sekunde ein kleines Stück meines Herzens zerbricht. 

 

Vermisst du mich denn nicht?

 

Ich habe alles vergessen, verlernt. Hunger und Durst, Schlaf und Erholung. 

Wo ist es hin, das Leben? Die Dinge, die das Leben ausmachen. 

Du warst mein Leben. Du bist mein Leben?

Wann warst du das je... 

 

Einbildung. 

 

Vermisst du mich denn nicht?

Vermisst du mich denn nicht? Ein kleines bisschen? Jemals? 

 

Vermisst du mich denn nicht, wenn du zu Hause sitzt auf deinem Sofa, allein. Wenn du isst, wenn du trinkst, wenn du gehst, wenn du liest, wenn du schreibst..?

Wo ist mein Platz in deiner Welt. 

 

Nicht an deiner Seite. 

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