Nebel

Veröffentlicht auf von elisabethdieerste

tumblr_m27y6cd9Y01qfpm1jo1_1280_large.jpg

 

Rot. Blau. Rot. Grün, lange grün, lila, gelb, orange. Farben schwimmen miteinander, vermischen sich, gehen auseinander. Extase, Beat. 

Die kleinen Haare auf meinem Körper stehen zu Berge. Ständig andere Haut auf meiner, wilde Bewegungen, die weder an Tanz noch etwas ähnliches erinnern. Hören ist nicht, es greifen Hände nach mir, ein Arm legt sich um meine Hüfte und zieht mich an einen schweißnassen Oberköper. Nasse, lechzende Lippen auf meinen. Altbekannte, merke ich. Große Hände auf meinen Brüsten. Ich sage nichts, ich wehre mich nicht. Die Musik treibt mich weiter. Ich weiß nicht mehr, wo die Hände sind, die zu mir gehören, aber ich spüre sie nach mir greifen, sie wollen mich halten, sie wollen mich lieben. 

Aber ich will nicht. 

 

Irgendwie schaffe ich es zum süffigen, feuchten Sofa in der Ecke, lasse mich fallen und lege den Kopf auf irgendeinen Schoß. 

Das Blut in meinen Adern pulsiert, schiebt sich durch meinen Körper, schneller, schneller. Mein Herz schlägt schneller und ich versuche runterzukommen. 

Hände fahren durch mein Haar, andere. Sie suchen nach nichts, nur nach einem Ohr das zuhört. Sie fordern nicht, aber sie begehren. Ein wenig. Sie wollen verstehen, reden. 

Ich will ihn sehen, der Begehrenden. 

Meine Lider sind schwer wie Steine. Schweiß strömt immer noch aus allen Poren. Es nervt mich, dass ich nicht sehen kann. 

Ich gehe wieder tanzen. Oder so tun.

 

Meine Beine werden müde, aber ich will nicht, dass die Bewegung aufhört, sie tut gut, sie lässt vergessen. Und es dröhnt im Kopf. 

Ich habe fast vergessen wie, aber ich glaube plötzlich habe ich geschwebt. Ich habe zwei starke Arme unter meinem Rücken und meinen Beinen gespürt und jetzt nur noch kühle Nachtluft, lachen, eine Stimme. Ich laufe wieder selber. 

Ich sehe nicht wohin, spüre nicht, wie lange wir gehen. Lasse mich leiten, von den begehrenden Händen, die sich zwischen meine Finger geschoben haben. Ich friere, aber ich habe das Hemd verweigert. 

Ich denke an die anderen Lippen, die ich seit Jahren küsse, die großen Hände. Und will nicht daran denken. Ich brauche sie nicht, weder die Lippen, noch die Hände. 

 

Wir liegen irgendwo im nassen Gras. Es ist dunkel, nur Sterne. Der Beat in meinem Kopf setzt Sternschnuppen vor meine Augen, schon siebenmal der selbe Wunsch. Und immer anders: Lass es nie enden. 

Meine Hände liegen auf dem Bauch zu den Händen in meinen Haaren. Er erzählt, erzählt, erzählt. Er meint, wenn es die anderen Hände nicht gäbe. Er würde sich verlieben. In mich. 

Wir liegen Stunden herum, ich weiß nichts mehr, als wir zurückgehen, wird es hell. Morgenstunden, die ich liebe. Blaues Licht, immer heller, erst klar. Dann steigt langsam  Nebel auf den Straßen auf. Wir gehen durch den Nebel durch die Liebe und es wird warm in meinem Bauch und an der Hand, die er hält. Es gibt keine Gedanken um das drumherum, um Menschen, um Umstände. 

Er bleibt stehen. “Darf ich dich küssen? Nur um sicher zu gehen, dass da wirklich nichts ist.” Ich lächle. Drehe mich um, gehe fort und finde die anderen benebelt, zertanzt, zerstört.

 

romantic-pictures-33_large.jpg

Kommentiere diesen Post